Glossar für Myers, die Zweite
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z- Abhängige Variable
- Diese Variable kann sich als Reaktion auf die Manipulationen der unabhängigen Variablen verändern.
- Abruf oder aktive, freie Reproduktion
- Erinnerungsmaß, bei dem die Versuchsperson vorher gelernte Informationen aktiv abrufen muss, etwa beim Ausfüllen eines Lückentexts
- Abrufen
- Wiederauffinden gespeicherter Informationen im Gedächtnisspeicher
- Absolute Schwelle
- Mindeststimulation, die erforderlich ist, um einen bestimmten Reiz in mindestens 50% der Fälle wahrzunehmen
- Abwehrmechanismen
- In der psychoanalytischen Theorie die Schutzmechanismen des Ichs, durch die Ängste verringert werden, indem unbewusst die Realität verzerrt wird
- Acetylcholin
- Neurotransmitter, der Lernen möglich macht und Muskelkontraktionen auslöst
- Adipositas
- Fettsucht; Vermehrung des Körpergewichts durch eine übermäßige Ansammlung oder Bildung von Fettgewebe im Körper
- Adoleszenz oder Jugendalter
- Übergangsperiode zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Sie beginnt mit der Pubertät und endet mit dem Erreichen der Selbstständigkeit.
- Aerobes Training
- Ausdauertraining, bei dem die Funktionsfähigkeit des Herzens und der Lunge zunimmt; kann auch Depressionen und Angststörungen lindern
- Affektive Störungen
- Psychische Störungen (z. B. Major Depression, bipolare Störung), die charakterisiert sind durch emotionale Extreme (z. B. Major Depression, bipolare Störung)
- Aggression
- Jedes körperliche oder verbale Verhalten, das mit der Absicht (Intention) ausgeführt wird, jemanden zu verletzen oder zu schädigen
- Aggressivität
- Interindividuell unterschiedlich ausgeprägte Neigung, in bestimmten Situationen aggressiv zu handeln. Aggressivität bezeichnet also eine Persönlichkeitseigenschaft (Disposition).
- Agoraphobie
- Angst vor Menschenansammlungen und öffentlichen Plätzen – beides fast unvermeidliche Situationen
- Akkommodation
- 1. In der Entwicklungspsychologie: Modifizierung des bisherigen Schemas, um neue Informationen integrieren zu können; 2. bei der Wahrnehmung: Anpassungsvorgang, bei dem die Augenlinse ihre Form verändert, um nahe oder entfernte Gegenstände auf der Retina scharf abzubilden
- Aktionspotenzial
- Nervenimpuls, also eine kurzfristige elektrische Ladung, die am Axon entlang wandert. Diese Ladung entsteht dadurch, dass sich positiv aufgeladene Atome durch die Kanäle der Membran eines Axons herein- und wieder herausbewegen.
- Aktives Zuhören
- Empathisches Zuhören, bei dem der Zuhörer das Gehörte in eigenen Worten wiedergibt und verdeutlicht, was er gehört hat; Merkmal der klientenzentrierten Therapie von Carl Rogers
- Akustische Enkodierung
- Enkodieren von Lauten und Klängen, insbesondere von Wortklängen
- Algorithmus
- Eine systematische, logische Regel oder Vorgehensweise, die garantiert zur Lösung des vorliegenden Problems führt; Im Gegensatz dazu die schnellere, aber auch fehleranfälligere Heuristik
- Alkoholabhängigkeit
- Gewohnheitsmäßiger Konsum von Alkohol, der zu körperlichen und psychischen Schädigungen führt; starker, übermächtiger Wunsch oder Zwang, Alkohol zu konsumieren, der meist dann bewusst wird, wenn versucht wird, den Alkoholkonsum zu kontrollieren oder zu beenden
- Allgemeine Intelligenz oder g-Faktor
- Allgemeiner Intelligenzfaktor, der nach Ansicht von Spearman und anderen Psychologen den spezifischen geistigen Fähigkeiten eines Menschen zugrunde liegt und daher durch jede Aufgabe in einem Intelligenztest gemessen wird
- Allgemeines Adaptationssyndrom
- Selyes Konzept einer adaptiven physiologischen Reaktion auf Stress in 3 Phasen: Alarmreaktion, Resistenz, Erschöpfung
- Altruismus
- Selbstloses Interesse am Wohlergehen anderer
- Alzheimer-Krankheit
- Eine progressive, irreversible Krankheit des Gehirns, gekennzeichnet durch den graduellen Ausfall von Gedächtnis, Denkfähigkeit und Sprache und zuletzt auch der Körperfunktionen
- Ammensprache
- Besondere Form der Sprache, die Eltern in der Kommunikation mit dem kleinen Kind wählen. Sie unterstützt den Spracherwerb und ist z. B. durch die hohe Tonlage, die übertriebene Satzmelodie und Wiederholungen gekennzeichnet.
- Amnesie
- Gedächtnisverlust
- Amphetamine
- Substanzen, die die neuronale Aktivität stimulieren und zu einer Beschleunigung der Körperfunktionen führen. Der Energiepegel steigt an, und die Stimmung verbessert sich.
- Amygdala, auch Mandelkern
- Zwei mandelförmige Neuronenverbände, die Teil des limbischen Systems und an der Entstehung von Emotionen beteiligt sind
- Analyseniveaus
- Die unterschiedlichen, sich gegenseitig ergänzenden Auffassungen zur Analyse irgendeines vorgegebenen Phänomens, die von der biologischen über die psychologische bis zur soziokulturellen Auffassung reichen
- Angewandte Forschung
- Wissenschaftliche Untersuchungen zur Lösung konkreter Probleme
- Angststörungen
- Psychische Störungen, die gekennzeichnet sind durch eine quälende, überdauernde Angst oder unangemessene Verhaltensweisen, um die Angst zu reduzieren
- Anlage-Umwelt-Debatte, auch: Erbe-Umwelt-Debatte
Alte Kontroverse darüber, wie groß im Vergleich zu Erfahrung und Lernen der Einfluss der Gene auf die Ausbildung psychischer Merkmale und die Entwicklung von Verhaltensweisen ist
- Anorexia nervosa
- Essstörung, bei der eine normalgewichtige Person (meistens ein Mädchen in der Adoleszenz) Diät hält und deutlich untergewichtig wird (15% oder mehr), sich aber trotzdem zu dick fühlt und weiter hungert
- Anpassungsniveau
- Unsere Tendenz, uns ein Urteil (über Töne, Lichter oder Einkommen) aufgrund eines neutralen Niveaus zu bilden, das durch unsere Vorerfahrung bestimmt wird
- Anreiz
- Positiver oder negativer Reiz in der Umwelt, der ein Verhalten motiviert
- Antisoziale Persönlichkeitsstörung
- Persönlichkeitsstörung, bei der der Betreffende (in der Regel ein Mann) ein schwach ausgebildetes Gewissen hinsichtlich des eigenen Fehlverhaltens, auch gegenüber Freunden und Familienmitgliedern, aufweist; er kann aggressiv und rücksichtslos oder ein cleverer Trickbetrüger sein.
- Über-Ich
- Teil der Persönlichkeit, der laut Freud die internalisierten Ideale und Normen repräsentiert, die Richtschnur für die Urteilsfähigkeit (Gewissen) liefert und Ziele für die Zukunft setzt
- Übergeordnete Ziele
- Gemeinsame Ziele, durch die Differenzen unter Menschen überwunden werden, weil sie deren Kooperation erfordern
- Übertragung
- Bedeutet in der Psychoanalyse, dass der Patient Emotionen aus anderen Beziehungen (wie etwa Liebe oder Hass für einen Elternteil) auf den Analytiker überträgt
- Überzeugungsbias
- Tendenz, nach der bereits bestehende Überzeugungen das logische Denken verzerren können, indem ungültige Schlüsse für wahr gehalten werden oder umgekehrt
- Aphasie
- Sprachstörung, die normalerweise durch eine Schädigung der linken Hemisphäre, entweder im Broca-Zentrum (gestörte Sprechfähigkeit) oder im Wernicke-Sprachzentrum (gestörtes Sprachverständnis) entsteht
- Arbeitsgedächtnis
- Ein neueres Verständnis des Kurzzeitgedächtnisses, zu dem die bewusste, aktive Verarbeitung von eingehenden auditiven und visuell-räumlichen Informationen sowie von Informationen aus dem Langzeitgedächtnis gehört
- Arbeitsmotivation
- Beweggründe dafür, warum Menschen arbeiten und warum sie das mit unterschiedlichem Engagement tun
- Arbeitspsychologie
- Bezieht sich auf die Anwendung psychologischer Theorien, Forschungsansätze und Interventionsmethoden in der Arbeitswelt, auf die psychologischen Aspekte der Gestaltung der Arbeitstätigkeit, des Arbeitsplatzes und der Umgebung des Arbeitsplatzes
- Arbeitszufriedenheit
- Zusammenfassende Bewertung der unterschiedlichen Dimensionen von Arbeit
- Assessment Center
- Multiple Verfahrenstechnik zur Auswahl und Beurteilung von Mitarbeitern, bestehend aus verschiedenen eignungsdiagnostischen Instrumenten und leistungsrelevanten Aufgaben
- Assimilation
- Interpretation neuer Erfahrungen mit Hilfe von Begriffen der bereits existierenden Schemata
- Assoziationsfelder
- Bereiche des zerebralen Kortex, die nicht an den primären und sekundären motorischen und sensorischen Funktionen beteiligt sind, sondern an höheren geistigen Fähigkeiten wie Lernen, Erinnern, Denken und Sprechen
- Assoziatives Lernen
- Lernen, dass bestimmte Ereignisse zusammen auftreten. Bei den Ereignissen kann es sich (in der klassischen Konditionierung) um zwei Reize oder (in der operanten Konditionierung) um eine Reaktion und ihre Konsequenzen handeln.
- Attributionstheorie
- Legt nahe, wie wir das Verhalten eines Menschen erklären, und zwar indem wir die Verantwortung dafür entweder der Situation oder der Veranlagung des betreffenden Menschen zuschreiben
- Außersinnliche Wahrnehmung
- Umstrittene These, dass Wahrnehmung auch stattfinden kann, wenn keine sensorischen Signale eintreffen; zusammenfassender Begriff für Phänomene wie Telepathie, Hellsehen und Präkognition
- Autismus
- Störung, die im Kindesalter auftritt und durch das Fehlen von Kommunikation, sozialer Interaktion und dem Verständnis für die seelischen Zustände anderer Menschen gekennzeichnet ist
- Automatische Verarbeitung
- Unbewusste Enkodierung zufällig anfallender Informationen, wie Raum, Zeit und Häufigkeit, sowie erlernter, aber inzwischen wohlbekannter Informationen (z. B. Wortbedeutungen)
- Autonomes (vegetatives) Nervensystem
- Teil des peripheren Nervensystems, der die Drüsen und Muskeln der Körperorgane (z. B. des Herzens) kontrolliert. Der sympathische Teil sorgt für Erregung, der parasympathische für Beruhigung.
- Autoritativer Erziehungsstil
- Eltern stellen Anforderungen und verlangen die Einhaltung von Regeln, akzeptieren aber die Kinder als ernst zu nehmende Gesprächspartner.
- Aversionskonditionierung
- Form der Gegenkonditionierung, die einen unangenehmen Zustand (Übelkeit) mit unerwünschtem Verhalten (Alkohol trinken) koppelt
- Axon
- Erweiterung eines Neurons, das in sich verzweigenden Nervenendigungen (Dendriten) endet. Über sie werden Botschaften an andere Neuronen bzw. an Muskeln oder Drüsen weitergeleitet.